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Aktionsplan CSR von Kabinett beschlossen

07.10.2010 - von Hanne Schweitzer

Das Bundeskabinett hat am 6.10.2010 eine nationale, nein, DIE Nationale Engagementstrategie beschlossen und dazu noch den Aktionsplan CSR.

CSR? CSR steht für Corporate Social Responsibility. Um die zu fördern, gibt es das nationale, nein, DAS Nationale CSR-Forum. Es setzt sich zusammen aus 44 Besserverdienern aus der Wirtschaft, den Gewerkschaften, den Nichtregierungsorganisationen und der Wissenschaft. "Wenn alle ihrer Verantwortung gerecht werden, dann lassen sich wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele zum gegenseitigen Vorteil verbinden", lautet das Credo des CSR-Forums und fordert "ein intensiviertes Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft".

Zwischen Politik und Wirtschaft ist die Intensivierung des Zusammenspiels blendend gelungen. Seit Anfang 2009 berät das nationale CSR-Forum das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Anfang Juli 2010 nutzte das Forum die offene Tür, denn schliesslich soll sich verantwortungsvolles Verhalten lohnen", und überreichte der Bundesarbeitsministerin seine Empfehlung für einen nationalen CSR Aktionsplan mit konkreten Handlungsvorschlägen und Zielvorgaben. So soll das "Arbeitskräftepotenzial von Migrantinnen und Migranten, Menschen mit Behinderung und Geringqualifizierten über Allianzen mit anderen Stakeholdern sowie überbetrieblichen und gesamtgesellschaftlichen Initiativen noch stärker als bisher erschlossen werden." Und "Weiterbildungsangebote zur Stärkung der CSR-Kompetenz" soll es geben, dass die Schwarte kracht.Link

Unter den Überbringern der CSR-Empfehlungen war auch Birgit Riess, eigentlich Direktorin des Programms "Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen der Bertelsmann Stiftung". Am 5.Juli besuchte sie das Arbeitsministerium aber in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende der nationalen CSR-Forums-Arbeitsgruppe "Integration von CSR in Bildung, Qualifizierung, Wissenschaft und Forschung".

Die Ministerin zeigte sich beeindruckt. "CSR können wir bundesweit noch deutlich stärker verankern, wenn Verbraucher und Investoren vergleichbare und zuverlässige Informationen darüber erhalten, welche Firmen tatsächlich nachhaltig wirtschaften. Deswegen hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, eine solche Übersicht für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Vorgesehen ist (ein vom nationalen CSR-Forum vorgeschlagenes) Internetportal, wo sich Verbraucher über ökologisches und soziales Engagement von Unternehmen oder Lieferketten von Produkten informieren können. Broschüren können Auskunft geben, ... wie Firmen Arbeitsplätze altersgerecht gestalten", so Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Also noch `ne Internetseite. Das "CSR-Auskunftsportal" will "vertrauenswürdige Informationen zur Unternehmensverantwortung" bieten. Die NutzerInnen sollen wohl aus den Stakeholdern der Unternehmen rekrutiert werden. Damit ist ganz allgemein die Öffentlichkeit gemeint, en detail die MitarbeiterInnen, Zulieferfirmen, KundInnen, Kommunen, oder "gesamtgesellschaftliche Initiativen" oder ausgewählte Verbände und Organisationen. So unterstützt z.B. die E-Plus Gruppe die gemeinnützige NCL-Stiftung in ihrer Arbeit. Die Stiftung ist dabei, eine Therapie gegen die tödliche Kinderkrankheit Neuronale Ceroid Lipofuszinose (NCL) zu entwickeln. Über eine SMS-Kurzwahl soll jeder in Kürze Geld spenden können, das der NCL-Stiftung zugute kommt.

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V., die auch im CSR-Forum sitzt, kritisiert, dass in der am 6. Oktober 2010 vom Kabinett verabschiedeten Nationalen CSR-Strategie die überfällige Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption (UNCAC) weder erwähnt noch gefordert wird. Edda Müller, Vorsitzende von Transparency Deutschland: "Es ist bedauerlich, dass die Bundesregierung nicht bereit ist, die Hemmnisse zur Ratifizierung der UN-Konvention zu beseitigen." Die Ratifizierung scheitert daran, dass die strafrechtliche Regelung der Abgeordnetenbestechung nicht den Anforderungen der UNCAC entspricht. Seit Jahren weigern sich Bundesregierung sowie Regierungsfraktionen einen entsprechenden Gesetzentwurf auf den Weg zu bringen."

Link: Engagementpolitik + nationale Engagementstrategie
Quelle: Büro gegen Altersdiskriminierung