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Gesundheitswesen: Schweigen ist nicht Gold!

10.05.2010 - von Jürgen Meyer

Es ist durchaus angebracht, dass im Seniorenforum immer wieder die Mängel im Gesundheitssystem angeprangert werden.
Schweigen ist in diesem Falle nur Gold für diejenigen, die am Gesundheitssystem verdienen. Deshalb möchte ich erneut auf die Mängel hinweisen, die unbedingt abgebaut werden müssen, damit das Geld der Versicherten dorthin fließen kann, wohin es gehört.

  • Alle Bürger/-innen müssten ausnahmslos in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sein. Auch vor den „Göttern in Weiß“ sollte jeder gleich sein. Wettbewerb der Kassen ist abzulehnen, Krankenkassen sind keine Industrieunternehmen.
  • Das Ausgabeverhalten der Kassen muss endlich verändert werden. Das fordert auch die ständige Kritik der Rechnungshöfe. Abbau von Stellen in
    Verwaltung und Marketing sowie von Aufwendungen und Privilegien der vielen Vorstände und Aufsichtsräte. Einrichtung spezifischer Versicherungen für Unfälle im Extrem- und Leistungssport. Einschränkung der Ausgaben für Marketing.
  • Auf die Kassenärztlichen Vereinigungen kann man, wie auch aus Ärztekreisen zu hören ist, verzichten. Sie verbrauchen viel Geld aus Beiträgen, das nicht dem Gesundheitswesen zugute kommt.
  • Die den Ärzten aufgezwungene Bürokratie muss schleunigst wieder abgebaut werden. Sie erzeugt überflüssige Kosten und verhindert, dass sich die Ärzteschaft ausreichend mit den Patienten beschäftigen kann.
  • Warum gibt es immer noch kein Arzneimittelregister und warum werden
    Arzneimittel mit 19% Mehrwertsteuer belastet, aber für Blumen oder den Kauf eines Pferdes werden nur 7% erhoben? Hier hätte die Bundesregierung längst vernünftig und gerecht entscheiden können.
  • Zusatzbeiträge und Kopfpauschale in der gesetzlichen Krankenversicherung sind abzulehnen. Grundsätzlich sollte gelten, dass der Mehrverdienende auch mehr bezahlt. Das wäre solidarisch und
    gerecht gehandelt. Wer Chefarztbehandlung und Einzelzimmer wünscht, kann eine separate Versicherung abschließen. Die nächsten Wahlen in Bremen stehen 2011 an. Es wäre gut,wenn bis dahin noch Bürger/-innen gegen eine ungerechte und Geld verschwendende Gesundheitspolitik protestierten und forderten, dass endlich effektiv reformiert wird.
  • Link: Phantompatienten, Gesundheitsfonds: Her mit dem Geld
    Quelle: DURCHBLICK 124, Mai 2010, Mitteilungsblatt der Landesseniorenvertretung Bremen