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Flüssigkeitsmangel bei dementer Heimbewohnerin

11.12.2009 - von C.W.

Unsere Mutter ist eine an Demenz erkrankte Bewohnerin in einem Evangelischen Seniorenheim.
Nachdem es dort bereits im September zu einer Nachlässigkeit bei der Medikamentengabe gekommen war, ist es leider am 05.10.2009 erneut zu einem neuen Vorfall gekommen. Abends gegen ca. 20.30 Uhr rief mich Schwester L. von der Station zu Hause an und teilte mit, dass sie wegen erhöhter Temperatur den Bereitschaftsarzt gerufen haben. Dieser sei jetzt da und es bestünde der Verdacht auf Lungenentzündung. Ich solle mich jetzt sofort am Telefon für meine Mutter entweder für ein Antibiotikum oder das Krankenhaus entscheiden. Natürlich konnte ich dahingehend keine Entscheidung treffen, ich bin ja kein Mediziner und am Telefon konnte ich den Gesundheitszustand meiner Mutter schon gar nicht einschätzen. Ich erklärte der Schwester, dass sofort eine von uns Töchtern ins Heim komme. Leider konnte der Arzt nicht warten. Hierzu möchte ich darauf aufmerksam machen, dass sämtliche Rufnummern der Töchter von Frau Maiwald im Heim hinterlegt sind mit dem Hinweis, sofort und zu jeder Tages- und Nachtzeit in einem solchen Fall den Kontakt mit uns aufzunehmen. Es erscheint mir, als ob man bewußt gewartet hat, bis der Arzt seine Untersuchung beendet hatte. Wären wir bereits am Anfang informiert worden, wäre eine von uns Töchtern beim Arztbesuch anwesend gewesen und hätten mit dem Arzt sprechen können. So aber wurde von Seiten des Arztes und der Schwester entschieden, dass meine Mutter ins Krankenhaus gebracht wurde.

Wir haben unsere Mutter in die 1. Hilfe des Krankenhauses begleitet. Dort stellte sich durch die umfangreichen Untersuchungen (Röntgen, Blutabnahme -gestaltete sich als sehr schwierig- etc.) heraus, dass unsere Mutter tagsüber leider zu wenig Flüssigkeit erhalten hatte. Lunge, Herz und die Laborwerte waren in Ordnung. Fazit: Wegen mangelnder Flüssigkeitsversorgung im Seniorenheim musste unsere Mutter sich einer sechsstündigen Tortur unterziehen. Es wurden Labor- und Röntgenuntersuchungen gemacht, sie erhielt Infusionen von Elektrolyte und Kochsalzlösung und der für sie anstrengende Krankentransport. Anschließend wurde sich wieder seitens der Heinleitung entschuldigt mit dem Hinweis, dass die Ärzte nicht gut auf die Heime zu sprechen seien und daher Flüssigkeitsmangel feststellen würden. Das kann und will ich nicht hinnehmen. Wenn meine Mutter durch derartige Nachlässigkeiten einmal versterben sollte, erübrigt sich diese lapidare Entschuldigung durch die Heimleitung, dann sollte vielleicht wirklich eine andere Stelle eingeschaltet werden. Es ist bedauerlich, dass man immer wieder so kämpfen muss, damit seine Angehörigen in Würde alt werden können, auch wenn sie dement sind.

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=3240
Quelle: Mail an die Redaktion