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Idiotentest: Lizenz zum Gelddrucken in Gefahr

19.02.2010

Der Idiotentest wird nicht geändert. Das Gegenteil war vom Verkehrsgerichtstag erwartet worden, aber es kam anders. Die "Idiotentest" genannte Medizinisch-Psychologische-Untersuchung ist mehr als umstritten. Es gibt erhebliche juristische Bedenken. Bemängelt wird vor allem: Es werden keine Protokolle der Tests geführt, und gegen das Testergebnis kann man kein Rechtsmittel einlegen.
Dr. Rolf Iffland, 40 Jahre in der Kölner Rechtsmedizin als Forensischer Toxikologe tätig schreibt dazu im Kölner Stadt-Anzeiger:

"Bundesverkerhsminister Ramsauer - kein Jurist - und der frühere Generalbundesanwalt Nehm hatten sich in diesem Jahr in Goslar (auf dem Verkehrsgerichtstag), eine kritische Auseinandersetzung mit der umstrittenen Medizinisch-Psychologischen Untersuchung, dem Idiotentest, erhofft. Sie hatten wohl vor allem einen Besucherkreis erwartet, der in die Empfehlungen des Arbeitskreises die Bedenken vieler Juristen an der mangelnden Transparenz und fehlenden Rechtssicherheit des Verfahrens zum Ausdruck bringen sollte.

Aber die wenigen wackeren juristischen Streiter sahen sich einer geschlossenen Phalanx von Psychologen gegenüber. Dank dieser zahlenmäßigen Dominanz geriet der Inhalt der Empfehlungen an den Gesetzgeber zum Idiotentest zu einer peinlichen Werbeveranstaltung der Psychologen für den Idiotentest. Wer hat es schon gerne, wenn seine Lizenz zum Gelddrucken bedroht wird."

Beschlossen wurde: das Begutachtensverfahren wird regelmäßig überarbeitet und außerdem wird ein Gremium etabliert, das neue Testverfahren prüft. Zwei weitere Lizenzen zum Gelddrucken.

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=2930
Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 18.10.2010