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Veranstaltungstipp: Alte Hasen im Contemporary Berlin

19.06.2009 - von Contempory Art + Hanne Schweitzer

Sie wissen mehr als andere, sie haben einen langen Atem und leidenschaftliche Ausdauer. (Und sie sind männlich!) Die Alten Hasen blicken als Koryphäen ihres Fachs auf jahrzehntelange Erfahrungen in der Welt der Kunst zurück. (Auch alte Häsinnen können das! Sie verfügen (ebenso wie alte Häsinnen), über tiefe Einsichten in das Feld, das sie maßgeblich geprägt und begleitet haben. Ihr Blick aus historischer Entfernung lässt die aktuellen Entwicklungen und Veränderung der Kunst klarer erscheinen. In Zwiegesprächen in den Kunstwerken (KW Institute for Contemporary Art) erzählen sie die Geschichten der zeitgenössischen (männlichen?) Kunst und gewähren Einblick in ihren Erfahrungsschatz.

Dienstag, 19. Mai 2009, 19 Uhr
Der erste alte Hase:
Rolf Ricke im Gespräch mit Günter Umberg
Der Galerist und Sammler Rolf Ricke, geboren 1934 in Kassel, zählt zu den bedeutendsten Vermittlern zeitgenössischer Kunst in Deutschland. Mit seiner 1968 in Köln eröffneten Galerie wurde er zum Entdecker und Wegbereiter vor allem der amerikanischen Minimal Art, Postminimal Art und Prozesskunst. Als einer der Ersten in Deutschland stellte er bedeutende Künstler aus den USA vor, so hatten Richard Serra und Keith Sonnier in seiner Galerie ihre ersten Ausstellungen überhaupt. Ricke begleitete das Schaffen von wegweisenden Künstlern wie Donald Judd und präsentierte Richard Artschwager, Barry Le Va, Lee Lozano, Gary Kuehn und viele andere erstmals in Europa. Das Programm der Galerie umfasste aber auch junge amerikanische Künstler wie Jessica Stockholder, Steven Parrino, Cady Noland oder David Reed, sowie deutsche und europäische Kunst von Birgit Werres, Holger Bunk und Günter Umberg. Die Sammlung Rolf Ricke wurde im Herbst 2006 gemeinsam vom Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main, dem Kunstmuseum St. Gallen und dem Kunstmuseum Liechtenstein erworben.
Der Künstler Günter Umberg, geboren 1942 in Bonn, studierte Bildende Künste an den Kunstakademien Düsseldorf und Antwerpen sowie an den Kölner Werkschulen. Umberg wurde international bekannt mit seinen monochromen Bildflächen und seiner „Radikalen Malerei“, die sich ganz auf die Farbe als das ihr eigene Mittel konzentriert. 1982 gründete er den „Raum für Malerei“ in Köln und kuratiert darüber hinaus seit 1993 als Künstlerkurator immer wieder Gruppenausstellungen. Von 2000 bis 2007 hatte er die Professur für Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe inne und ist heute Leiter der Freiburger Außenstelle. Günter Umberg lebt und arbeitet in Köln, Freiburg und dem französischen Corberon.

Weitere Gespräche in der Reihe Alte Hasen:
Dienstag, 23. Juni 2009, 19 Uhr
Der zweite alte Hase:
Klaus Bußmann im Gespräch mit Kasper König

Dienstag, 14. Juli 2009, 19 Uhr
Der dritte alte Hase
Laszlo Glozer im Gespräch mit Isabelle Graw

Die erste alte Häsin
Dienstag, 11. August 2009, 19 Uhr
Ingvild Goetz im Gespräch mit Zdenek Felix

Dienstag, 25. August 2009, 19 Uhr
Der vierte alte Hase:
Jan Hoet im Gespräch mit Amine Haase

Dienstag, 08. September 2009, 19 Uhr
Der fünfte alte Hase:
Paul Maenz im Gespräch mit Renate Wiehager

Dienstag, 24. November 2009, 19 Uhr
Der sechste alte Hase:
René Block im Gespräch mit Gabriele Knapstein


Sechs zu eins: Sechs alte Hasen dürfen teilnehmen, aber nur eine einzige alte Häsin. Das ist merkwürdig. Bekanntlich ist das Alter weiblich, weil es mehr alte Frauen als alte Männer gibt. Trotzdem sind es Männer, die die (Alten-)Szene dominieren. Die Teilnehmerliste der Veranstaltungsreihe im Contemporary Berlin ist kein bißchen ungewöhnlich. Verändert man die Perspektive und zieht scharf, lässt sich in dieser Ignoranz auch Diskriminierung sehen. 1. Wegen des Geschlechts, und 2. wegen des Alters.
Das kann so nicht bleiben, das muss geändert werden.

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=2404
Quelle: Contempory Art