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Lehmann Geschädigte: Petenten dringend gesucht!!!!

18.12.2008 - von diverse

Der Deutsche Bundestag möge beschließen ... für die aus der derzeitigen Finanzkrise betroffenen Geschädigten durch Lehmann Zertifikate einen Prozesskosten - Sicherungsfonds einzurichten. Die Höhe der Fondseinlage soll der Höhe der zu erwartenden Prozesskosten entsprechen. Da die Verluste auf ca. 200 bis 800 Mio. € geschätzt werden, sollen ca. 30 Mio. € bereit gestellt werden. Für erfolgreich geführte Verfahren sollen dabei 15 % der zurückgewonnenen Verluste in den Fonds reinvestiert werden. So lautet die Petition, die von einem Lehmann Geschädigten stellvertretend für viele andere an den Bundestag gerichtet worden ist. Bis zum 23.12.2008 muss die 50.000 mal unterschreiben worden sein, um überhaupt von den Abgeordneten, die im Petitionsausschuss Mitglied sind, beachtet zu werden.

Nach Schätzungen der Verbraucherzentrale Hamburg gibt es in Deutschland 40.000 Lehman-Opfer, davon allein in Hamburg 10.000. Die Auswertung der in Hamburg gründlich untersuchten 400 Fälle ergab - hochgerechnet auf die geschätzte Gesamtzahl der Betroffenen, dass es sich insgesamt um eine Schadenssumme von 692 Millionen Euro handelt.

Die Geschädigten sind zu über 70 % RentnerInnen und sie hatten ein konservatives Anlageinteresse. Die meisten Lehmann Geschädigten wurden von den Bankberatern "zielgerichtet und bewusst" zum Kauf von Finanzprodukten gedrängt, die sie nicht verstanden haben und die auch nicht ihrem Anlegerprofil entsprachen.

Nachdem klar geworden ist, dass es sich um eine "gezielte Verkaufsstrategie an
unerfahrene Rentner" handelte, und andere Zusammenhänge auf weitere unseriöse Vorgänge hinweisen, haben die organisiserten Lehmann Geschädigten beschlossen, sich zu wehren. Die Petition "Bankenwesen: Prozesskosten- und Beweissicherungsfond für Geschädigte der Finanzkrise 2008", soll dafür sorgen, dass für die Lehmann Geschädigten ein Prozesskosten - Sicherungsfonds eingerichtet wird.

Bis zum 23.12.2008 sind 50.000 Unterschriften nötig. Unterzeichnen Sie die Petition!Das geht ganz leicht online!!!

Wie man in den Medien der letzten Tage nachlesen konnte, bemühen sich Tausende älterer und auch jüngerer Sparer mit der CITIBANK sowie der Dresdner und der Frankfurter Sparkasse über eine Entschädigung für die verlorenen Lehman Investitionen zu einer Einigung zu kommen. Von Seiten der Banken kommt leider fast nichts an feed back. Die Öffentlichkeit wiederum ist sehr schlecht bis fehlerhaft informiert.
Die Verbraucherzentralen haben mittlerweile eine kostenlose, bundesweite hotline für Lehmann Geschädigte eingerichtet. NRW hat 200 Risikoprofile gesammelt und analysiert. Eindeutiges Urteil: Lehmann Geschädigte sind keine Zocker, im Gegenteil. NRW wird Betrugsklage gegen die CITIBANK erheben, und sammelt weitere Daten von Anlegern.

Woher das Geld für die Auswetung der Daten und für die Fachgutachten kommen wird, und woher die Beweise für Manipulationen in New York ist noch unklar. Aber der Weg ist aufgezeigt. Unterzeichnen Sie die Petition!

Die Petition finden Sie unter:
Link

Scrollen Sie runter bis zum Namen des Petenten (Brükner, Marek) und zum Titel der Petition (Bankenwesen - Prozesskosten-Sicherungsfond) und dem Ablaufdatum (23.12.2008)

Achtung: Bevor Sie die Petition unterzeichnen können, müssen Sie sich registrieren unter: Link Danach bekommen Sie eine Mail zugeschickt, und erst nachdem sie diese bestätigt haben, können Sie die Petition durch anklicken von "petition unterschreiben" unterschreiben.

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Aus der Rede des Bundespräsidenten Horst Köhler bei der Eröffnung des "European Banking Congress" 2008 21.11.2008 Frankfurt/Main

„Wir sollten dabei nicht vergessen: Die Verursacher der Krise sitzen in den Hauptstädten und Finanzzentren der größten Industrienationen. Sie vertreten Finanzinstitutionen, Prüfer und Berater, Regierungen, Aufsichtsbehörden und Notenbanken. Die Kette des Versagens schließt viele ein. Markt und Staat: Beteiligt sind beide. Es geht um die Glaubwürdigkeit unseres Systems der Freiheit. Daraus ergibt sich eine Verantwortlichkeit. Alle Verursacher der Krise müssen sich dieser Verantwortung stellen. Deshalb sage ich auch: Allen wäre geholfen, wenn der Aufarbeitung der Krise eine sorgfältige Ursachenanalyse zugrunde gelegt würde - erstellt von Leuten, die wissen, worum es geht, und die in ihrem Urteil unabhängig sind.

In den üblichen Lobbyismus zurückzufallen, um den eigenen Beitrag klein zu halten, ist keine angemessene Haltung. Es ist an der Zeit für uns alle, über den Tellerrand hinaus zu denken.
Die Finanzbranche sollte sich schon aus Eigeninteresse selbst unangenehme Fragen stellen. Es sind Fragen nach der Verantwortung der Akteure, der Vorgesetzten der Akteure und derer, die die Vorgesetzten zu beaufsichtigen haben. Es sind Fragen nach der Kompetenz, nach Vergütungssystemen, die Kurzfrist-Denken und Herdenverhalten verstärkt haben. Und es sind Fragen nach den Renditen, an denen sich eine ganze Branche offenbar so berauscht hat, dass sie blind wurde für die Risiken - oder sie bewusst ignoriert hat. Solide kaufmännische Grundregeln wurden missachtet; Teile der Finanzbranche koppelten sich ab von der Realwirtschaft.
Ich glaube, wir brauchen eine grundlegende Erneuerung des Bankgewerbes. Die Banken müssen sich bewusst machen: Zuallererst sind sie Treuhänder derer, die ihnen ihr Erspartes anvertraut haben.
Stellen Sie (gemeint sind Bankangestellte) sich dem Gespräch mit Ihren Kunden, die verunsichert sind. Bemühen Sie sich um diejenigen, die durch die Krise Verluste erlitten haben. Seien Sie ehrlich, wenn bei der Beratung Fehler gemacht wurden. Weichen Sie den berechtigten Fragen der Öffentlichkeit nicht aus. Ihre wichtigste Aufgabe besteht jetzt darin, Vertrauen zurückzugewinnen. Das ist Ihre Arbeit.

Denken Sie auch darüber nach, Härtefälle aufzufangen. Es kann nicht im Interesse des Bankgewerbes sein, wenn die private Altersvorsorge in Verruf gerät. Diejenigen aus Ihrer Branche, die durch die Entwicklung der vergangenen Jahre viel Geld gemacht haben, könnten durch einen eigenen Beitrag in einen Fonds ein besonderes Zeichen der Solidarität setzen."

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=2872
Quelle: Mail an Redaktion