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Treppenlift-Firma: Erst 350 Euro dann Ersatzteile

28.06.2008 - von h.o.d.

Am 29.10.2005 habe ich einen treppenlift gebraucht gekauft. Der fahrstuhl war vorher im gleichen haustyp installiert. Diese häuser haben eine eigenheit. Das erdgeschoß hat nur eine deckenhöhe von 205 cm. Als gelernter kfz-mechaniker im 71. Lebensjahr habe ich den fahrstuhl nach dem Kauf auf der laufschiene gelassen, den kompletten fahrstuhl dann zwei straßen weiter transportiert und auf meine treppe gesetzt (ein lifta wird nicht eingebaut, er wird auf die treppe gesetzt), ihn dann mit den vorhandenen 16 schrauben auf der treppe befestigt und den fahrstuhl mit dem an der anlage vorhandenen stecker an eine im haus befindliche steckdose gesteckt und angeschlossen. Betriebsbereit war der fahrstuhl.

Er war von der firma lifta am 27.08.01 an den vorbesitzer geliefert worden. Da die anlage über ein schleppkabel funktioniert, das zwei accus mit ladestrom versorgen, wollte ich im november 2006 die accus erneuern und schrieb an die firma lifta, sie möge mir einen ansprechpartner nennen. Darauf bekam ich ein schreiben von lifta. Darin stand:

"Bitte beachten Sie, dass wir erst für sie tätig werden können, wenn wir eine Sicherheitsüberprüfung an der von ihnen selbst eingebauten Anlage durchgeführt haben."

Als preis für diese sicherheitsüberprüfung wurden mir 350,00 Euro genannt. Das habe ich als eine Art von erpressung empfunden. Warum sollte ich ein so hohes eintrittsgeld zahlen?

Am 27.04.07 habe ich eine andere firma gefunden, die mir die accus eingebaut hat und die hat auch die anlage geprüft. Kostenpunkt: Anfahrt 44,00 Euro, Reparatur 22,00 Euro, Accus 40,00 Euro, mit mwst waren das 126,14 Euro.

Der monteur hat mir gesagt, das seine Firma von lifta auch keine ersatzteile bekommt, und dass sie sich diese aus östereich beschaffen müssen. Am 7.5.08 ging mir der totemannschalter kaputt und ich bestellte bei lifta per
fax den schalter und einen stopfen zur haltung der armlehne. Darauf bekam ich ein schreiben von lifta, darin stand:

"Sie sind mit der Bitte um Zusendung zweier Ersatzteile für unseren Treppenlift, modell gtl 300 auf uns zugekommen. Sie haben den Treppenlift gebraucht von unserem ehemaligen Kunden L. P. in Bremen erworben. Wir müssen ihnen leider mitteilen, dass wir weder an unsere Kunden noch an Personen, die einen Treppenlift der Marke Lifta gebraucht erworben haben, Ersatzteile zum Eigeneinbau versenden. S."


P.S. Ich habe mit herrn S. telefoniert und
ihm gesagt, das er als monopolist gegen die EU-Gesetze verstößt.

Verbraucherschutz für Ältere, ein drängendes Problem wie man sieht, vor allem bei altersspezifischen Produkten!!!! Dazu ist aber zu sagen, dass die Firma Lifta keine altersdiskriminierung im eigentlichen Sinn betreibt. Denn sie würde einem jungen Behinderten ja auch keine Ersatzteile liefern.

Am 1. Juli 08 wendet sich Herr D. an das Bundeskartellamt in Bonn. Am 29.8. 2008 bekommt er eine Antwort.

"Vielen Dank für Ihr Fax vom 1.Juli 08 in dem Sie sich gegen eine Nichtbelieferung mit Ersatzteilen durch die Firma Lifta wenden. Wegen der Vielzahl fristgebundener Fälle und urlaubsbedingter Abwesenheiten komme ich leider heute erst dazu, hierzu Stellung zu nehmen und bitte dafür um Verständnis.
Der Beschlussabteilung liegen bisher keine Informationen über die Firma Lifta und die Marktverhältnisse im Bereich der Belieferung mit Ersatzteilen für Treppenlifte vor. Aufgrund fehlender Bearbeitungskapazitäten kann die Beschlussabteilung dem von Ihnen erhobenen Vorwurf derzeit nicht mit Ermittlungen nachgehen. Sollten Sie weitere Informationen erhalten, die Sie übermitteln können, so käme eine Prüfung möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt in Betracht. Ansonsten steht Ihnen selbstverständlich der Zivilrechtsweg offen.
Mit freundlichen Grüßen
B. S."

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=2176
Quelle: Mail an die Redaktion