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Betreuungsrecht: Wie werde ich Betreuer los?

05.05.2008 - von Name + Adresse sind der Redaktion bekannt

Ratlosigkeit überfällt einen, wenn die Redaktion Fälle wie den folgenden eingesandt bekommt. Aber nur, wenn sich die Betroffenen an die Öffentlichkeit wenden, wird das, was ism Verborgenen dümpelt bekannt, kann Druck aufgebaut und die Situation verbessert werden. Ein vernünftiges Gesetz, das Betreuungen befriedigend regelt, Betreuer kontrolliert und unlauteren Betreuern das Handwerk legt, ist dringend notwendig. Hier der Fall, bei dem eine Klage vor dem Verwaltungsgericht ebenso lange dauern würde, wie das prognostizierte Ende der Betreuung:

Ich (51 Jahre) habe aufgrund einer akuten Hirnblutung im Feb. 07 und anschließendem Koma von knapp 2 Monaten einen Betreuer erhalten. Ich habe vom 16.04.07 - 25.05.07 in der Asklepios Rehaklinik Königstein-Falkenstein und vom 25.05-29.06.07 im Rehazentrum Mediclin 63619 Bad Orb zwei Rehamaßnahmen erfolgreich durchlaufen.

Seit Oktober 2007 arbeite ich wieder als Erzieherin, Teilzeit Migrantenkurse und seit 6.01.08 im evg. Kindergarten als Motopädagogin /Integration wieder. Leider ist es mir bis zum heutigen Tag nicht gelungen, meine vom Krankenhaus Klinik Offenbach veranlasste Betreuung und den vom Amtsgericht
Offenbach bestellten Betreuer wieder "loszuwerden".

Probleme gab es von Anfang an mit diesem Mann (z.B. Reha, Freund abgelehnt bzw. aggressiv abgewehrt). Es werden immer wieder neue Gründe vom Betreuer angeführt um die Betreuung zu verlängern. Es existiert angebl. ein Gutachten über Persönlichkeitsstörung und er schreibt Berichte für das Gericht, deren Inhalt äußerst fraglich ist. So sagte er am z.B. 18.01.08 bei einem Telefonanruf: „…schreibe gerade einen Bericht an das Gericht, wer ist ihr Arbeitgeber?“ "Warum?“ "Frage wurde nicht beantwortet!"

Ich habe keinerlei Einfluss, auch kein Anhörungsrecht sagte mir mein Neurologe. Ein Gespräch (mit Zeugen) mit dem zuständigen Richter beim Amtsgericht ergab, das ich keine Chance auf eine vorzeitige Beendigung oder einen Betreuerwechsel hätte.

Ergebnisse von Gutachten (Persönlichkeitsveränderung) des Amtsarztes (ca. 20 Min. Gespräch bei mir zu Hause im Beisein des Betreuers - ... "wie es mir geht, weitere berufl. Pläne, dass ich bei Entscheidungen gern beteiligt werden und diese rechtzeitig erfahren möchte …usw.)habe ich, wenn überhaupt, mit 2-3 monatiger Verspätung bekommen und keine Möglichkeit des Widerspruchs gehabt. Im Oktober 07 wurde mir mündlich im Bus!!! vom Betreuer mitgeteilt, dass eine weitere Verlängerung der Betreuung im Aug. 07 um 7 Monate beschlossen worden wäre.

Ich habe mir Anfang Feb.08 die Bestallungsurkunde des Betreuers selbst bei Gericht besorgen müssen, da ich nichts schriftl. in der Hand hatte. Ich wurde auch in eine von mir aus gesundheitl. und Kostengründen abgelehnte Wohnung (marode Bausubstanz, Gastherme, Lüftungsschlitze, (uralt-)Tür mit Ritzen bis zu 3,5 cm) gezwungen. Der Betreuer begründet das mit dem Satz: „Das Beste was ihnen in den letzten 2 Jahren passiert ist…“ Ich hatte mich um eine andere Whg. bei einer anderen Gesellschaft. bemüht. Dies hat der Betreuer erfahren und gecancelt, indem er schnell das Aufenthaltsbestimmungsrecht nachgefordert hat. Die schlechte Wohung ist aber auch noch deutlich teurer und ich habe keinen auf mich lautenden, unterschriebenen Mietvertrag. Aufgrund der
ganzen Wohnsituation bin ich öfters erkältet und ich habe jetzt auch meine Arbeitsstelle verloren. Der Betreuer äußerte sich eine Woche später dahingehend, dass ich mich mit niemandem vertragen könne und mich von allem ungerecht behandelt und verfolgt fühle!!

Der Betreuer hat mich außerdem veranlasst von ihm engagierte Hilfen beim Umzug „schwarz“ zu bezahlen. Dieses Geld hat er von meinem Hartz Geld einbehalten, mir persönlich übergeben und in seinem Beisein musste ich es an die Hilfen weitergeben. Ursprünglich wollten meine Freundin und eine Kollegin beim Umzug mir helfen, (was mit dem Betreuer abgesprochen war), dies wurde von ihm am Morgen des Umzugs aber gekänzelt.

Ich denke, das ich meine Situation recht gut einschätzen kann und wohl auch eine recht kritische Beobachterin meiner körperl./seel. Verfassung bin. Ich fühle mich gut, arbeitsfähig/stressfest und realitätskonform. Meine Umgebung ist der gleichen Ansicht und ich ernte immer erstaunte Gesichter, wenn die Sprache mal auf meine Erkrankung kommt. 2 Oberärzte äußerten sich unabhängig von einander auch sehr positiv überrascht.

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=2320
Quelle: Mail an die Redaktion