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Berliner Seniorenvertreter provoziert im ZDF

11.04.2008 - von Detlef Durry

Am 8.4.2008 waren Mitglieder der Seniorenvertretung aus der Hauptstadt zu Gast beim ZDF-Morgenmagazin. Aber anders, als man von HauptstadtseniorInnen denkt, waren die Anwesenden keine große Zier ihrer Zunft. Lesen Sie den offenen Brief von Herrn Durry, der die Sendung gesehen hat. Er schreibt:

Sehr geehrte Damen und Herren der Landesseniorenvertretung Berlin,
sehr geehrte Frau Fischer,

Nach dem Mitwirken der Berliner Seniorenvertretung beim ZDF-Morgenmagazin halte ich es für angebracht, Ihnen mein schärfstes Missfallen zu einigen Aussagen in dieser Sendung zu übermitteln.

Frau Fischers Beitrag war sachlich und ausgewogen. Der Seniorenvertreter Herr Franke verstieg sich zu Aussagen, die ich so nicht stehen lassen kann. Nicht nur, dass er den üblichen Tenor des ZDFs bestätigte, wie zum Beispiel die Fragwürdigkeit der geplanten Rentenerhöhung von 1,1 % und das angeblich auch noch zu Lasten der nachwachsenden Generationen. Durch seine Feststellung, das bestehende System könne nur noch übergangsweise Bestand haben, und es müsse aufgrund der demografischen Entwicklung durch ein völlig neues (welches?) System ersetzt werden, hat Herr Franke den Interessen der Rentnerinnen und Rentner, und auch denen der jüngeren Generation in unverantwortlicher Weise geschadet.

Anstatt darauf hinzuweisen, dass das über 100 Jahre alte umlagenfinanzierte deutsche Rentensystem nicht aufgrund der demografischen Entwicklung, sondern durch schwerwiegende und völlig verfehlte gesetzliche Eingriffe in die derzeitige Schieflage geraten ist, hat sich Herr Franke (gewollt oder ungewollt) als Interessenvertreter der privaten Versicherungswirtschaft in unserem Land geäußert.

Ob das die Meinung der Berliner Landesseniorenvertretung ist, vermag ich nicht zu beurteilen.

Anstatt sich für den Erhalt der gesetzlichen Rente einzusetzen und die hierzu erforderlichen Korrekturen der "Reformen" der letzten Jahre, oder wenigstens einen einzigen Satz zu der um sich greifenden Altersarmut zu äussern, hielt es Herr Franke für angebracht, vor bundesweitem Publikum die Abkehr vom bisherigen System zu propagieren.

Herr Franke hat damit den Interessen der Rentnerinnen und Rentner, aber auch den Jüngeren einen Bärendienst erwiesen.

Ich empfehle ihm und all denen, die es wissen wollen, sich den Beitrag "Rentenangst" in der ARD anzusehen. Er lief am 9. März in der ARD. Er läuft jetzt bei You tube im Internet. abgerufen werden kann, anzuschauen.
Bei Phoenix wird er am 5. Mai um 21.00 Uhr wiederholt.

Seien Sie mir bitte nicht böse, aber Kritik ist nun einmal die Würze der Demokratie. Im übrigen hat unsere gesetzliche Rente nicht nur zwei Weltkriege, mehrere Inflationen und Diktaturen überstanden, sondern wird ebenso auch Herrn Franke überstehen.

Ich verbleibe
mit freundlichen Grüßen aus Köln

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=111
Quelle: Mail an die Redaktion