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Deutscher Streik gegen deutschen Pflegenotstand

15.02.2008 - von Hanne Schweitzer

Wegen der miserbalen Arbeitsbedingungen in den Pflegeinrichtungen haben der Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und ver.di dazu aufgerufen, Protestunterschriften abzugeben. Bislang haben 100.000 Mitarbeiter der Pflegeindustrie eine solche Protestunterschrift gegen Stellenabbau und miserable Bedingungen in der Pflege geleistet. Ziel der Kampagne mit dem Motto "Uns reicht’s", die über die pflegerische Versorgung der Bevölkerung informiert, ist es, die Bundesregierung zum Handeln aufzufordern.

Aber ob das etwas nutzt? Die Arbeitsbedingungen der Pflegenden sind schon sehr lange katastrophal und die Betreuungssituation von pflegebedürftigen Menschen ist es noch länger. Der befürchtete Pflegekollaps, auf den das System laut Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des DBfK e.V. erst noch zusteuert, ändert sich aber weder durch das Sammeln von Unterschriften etwas, noch dadurch, dass im Fernsehen wieder eine Welle aufklärender Filme über den bettlägrigen Teil der Bevölkerung ausgestrahlt werden wird. Selbst wenn die Kanzlerin die Pflege zur Chefsache machen würde, wie von der Kampagne gefordert, werden sich allenfalls die Privatisierungsbefürworter der Pflegeversicherung an einen runden Tisch setzen, und überlegen, wie sie am elegantesten an das Geld der Bürger kommen.

Auch durch "Alarm schlagen", wie Ellen Paschke vom ver.di-Bundesvorstand fast entschuldigend meint ("Wenn wir heute nicht Alarm schlagen, werden wir morgen keine qualitativ ausreichende Pflege mehr haben!"), ändert sich nichts. Die Gesundheits"reform", die Fallpauschalen, die Dokumentationspflicht und die gängigen Abwärtsspiralen der Personalpolitik (von der Vollzeitkraft, die durch eine Halbzeitkraft ersetzt wird, die durch eine 400 Euro-Kraft ersetzt wird, die durch einen Ein-Euro-Jobber ersetzt wird, die durch Ehrenamtliche ersetzt wird), ändern sich nicht durch Unterschriftenlisten.

Zwar wird es in der Presseerklärung nicht angesprochen, aber: Die für ein reiches Land unwürdigen Versorgungsdefizite in der ambulanten und stationären Pflege sind Folge der seit Jahren verfehlten GesundheitsPOLITIK. Der DEUTSCHEN Gesundheitspolitik, sollte man wohl sagen, um das deutschelnde der gemeinsamen Presseerklärung von ver.di und dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e. V. aufzugreifen.

Da ist die Rede von den
katastrophalen Arbeitsbedingungen in der deutschen Pflege
davon, dass i]Deutschland[/i] geradewegs in den Pflegekollaps steuert, und
wir in Deutschland morgen keine qualitativ ausreichende Pflege mehr haben!,
weil`s nicht gut steht um
die künftige Gesundheitsversorgung der deutschen Bevölkerung[/*]

Die gemeinsame Presserklärung der Kampagene "Uns reicht`s" besteht aus insgesamt 1.768 Zeichen. Das entspricht einer knappen Manuskriptseite. Auf dieser einen Seite wird viermal gedeutscht. Uns reicht`s.

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/artikel.php?id=2279
Quelle: PM Ver.di + DBfK vom 12.2.2008