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Weiterbildung Älterer: In Betrieben selten

03.01.2008 - von Hanne Schweitzer

Angeblich wird es für die bundesdeutschen Unternehmen in den nächsten Jahren ja immer wichtiger, sich auf die Gruppe der älteren ArbeitnehmerInnen einzustellen.
Weil immer weniger Junge von unten nachkommen, werden es die Älteren leichter haben, einen Job zu finden oder zu halten. Wer nun aber denkt: Altersdiskriminierung adé - Pustekuchen.

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) namens "WeGebAU-Programm" ergab die tatsächliche Einstellung der Unternehmen.

Demnach ist zwischen
2002 bis 2006 der Anteil der Betriebe, die spezielle Maßnahmen für Ältere durchführen, wie z.B. Weiterbildung oder Gesundheitsvorsorge von 19 auf 17 Prozent ZURÜCKGEGANGEN. Auch bei Neueinstellungen sind Ältere immer noch UNTERREPRÄSENTIERT. Mit anderen Worten: Nur jeder achte Betrieb nutzt die geförderte Weiterbildung

Die Instrumente des WeGebAU-Programms, mit denen die berufliche Weiterbildung von älteren und geringqualifizierten Beschäftigten gefördert werden, haben bisher wenig Anklang gefunden. Nur knapp die Hälfte aller Betriebe weiß davon, und nur ein Achtel hat die Förderung für seine Mitarbeiter bis jetzt in Anspruch genommen. Insbesondere kleine Betriebe nutzen das WeGebAU-Programm wenig. Gut die Hälfte der Betriebe, die Erfahrung mit den geförderten Weiterbildungen haben, beurteilen die Ergebnisse jedoch positiv.

Denken Sie bitte bei der nächsten Sonntagsrede daran!

Auch im Gedächtnis behalten sollten Sie folgende erstaunliche Tatsache: Bei der Bundesagentur für Arbeit wurden mehr als 180 Millionen Euro an Förder- sprich Steuergeldern, die speziell für die innerbetriebliche Weiterbildung von älteren und gering qualifizierten ArbeitnehmerInnen bereit gestellt wurden, bisher noch nicht abgerufen.

Bis Ende September 2007 hatten die Unternehmen laut DBG lediglich 17,5 Millionen Euro angefordert.

http://doku.iab.de/kurzber/2007/kb2107.pdf
Quelle: VER.DI Publik 11. 2007