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Düsseldorfer Erklärung für eine solidarische+diskriminierungsfreie Gesellschaft

FOTO: h.S.

03.05.2019

Bundeskanzlerin Merkel hatte die Ausweitung der deutschen Militäraktivitäten im Sahel noch nicht angekündigt, sie war nicht einmal in das Flugzeug gestiegen, als sie Mitgieder der Landesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros in Nord-Rhein-Westfalen zusammenfanden, weil sie so beunruhigt über den Zustand unserer Gesellschaft waren, dass sie ihre Sorgen in der Düsseldorfer Erklärung niedergeschrieben haben. Die zunehmende Militarisierung der bundesdeutschen Aussenpolitik kommt in der Düsseldorfer Erklärung zwar nicht vor, trotzdem beeinflusst die Aussenpolitik die Innenpolitische Lage. Der Entwurf der Düsseldorfer soll auf einer Tagung am 21.5.2019 diskutiert und verabschiedet werden. H.S:

"Die Landesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros, setzen sich für eine solidarische und diskriminierungsfreie Gesellschaft aller Generationen ein. Mit Sorge nehmen wir, die Lenkungsgruppe der LaS NRW – stellvertretend für unsere Seniorenbüros –, die zunehmende Gefährdung demokratischer Grundwerte in unserem Land wahr. Soziale Schieflagen, globale Veränderungen und demo-graphische Herausforderungen verunsichern viele Menschen und werden für eine ausgrenzende und polarisierende Stimmungsmache genutzt. Die LaS NRW benennt hier aus der Perspektive der älteren Menschen bedeutsame Problemstellungen.

Sie fordert dazu auf, über alle Generationen hinweg, an der Beseitigung der Ursachen für gesellschaftliche und individuelle Zukunftsängste zu arbeiten.
1.
Armut: Armut führt zu dem Gefühl „abge-hängt“ zu sein und nicht dazuzugehören.Neben einer finanziellen Absicherung sind preiswerter Wohnraum, umfassende Versor-gung bei Krankheit und Pflege und die Erschließung der gesetzlich vorgesehenen sozi-alen und monetären Leistungen erforderlich. Viele Menschen reagieren auf Armut mit Rück-zug und Vereinsamung.
2.
Wohnen: Der Wettbewerb um preiswerten Wohnraum führt zu einer Konkurrenz zwischen benachteiligten Bevölkerungsgruppen; er wirkt sich auf den sozialen Frieden und alle verwandten Politikfelder aus. Die Flexibilisierung und Differenzierung des Wohnungsangebotes ist erforderlich, damit die Menschen entlang ihres Lebensweges und ent-sprechend ihres sich wandelnden Bedarfs geeigneten Wohnraum finden. Ältere Menschen benötigen ihrem Alter und ihren finanziellen Ressourcen entsprechenden barrierefreien, teils betreuten Wohnraum, der ihnen ein langes selbstständiges Leben ermöglicht. Dafür benötigen sie gute Rahmenbedingungen der Begleitung, Unterstützung und Beratung.
3.
Öffentlicher Raum: Der freie Zutritt muss für alle sicher und selbstverständlich sein. Im öffentlichen Raum treffen alle Menschen zusammen und finden die für ihr Dasein erforderlichen Einrichtungen. Die Kommune gestaltet diesen und sorgt dafür, dass alle gleichwertige Chancen der Teilhabe bekommen. Ältere Menschen benötigen in besonderem Maße Sicherheit und Infrastruktur im öffentlichen Raum, damit sie sich nicht zurückziehen, sondern engagiert einbringen. Die Verhinderung von Isolation und Rückzug älterer Menschen muss ein zentraler Schwerpunkt kommunaler Daseinsvorsorge sein.
4.
Einheit in Vielfalt: Fremdheitskompetenz ist die Grundlage unserer Zukunft. Zuwanderung wird in der politischen Diskussion oft instrumentalisiert. Notwendig ist eine nüchterne Bestandaufnahme der Erfolge und Probleme sowie eine Anerkennung des Handlungsbedarfes hinsichtlich erforderlicher Integrationsmaßnamen. Das betrifft auch die Frage nach der Haltung der Aufnahmegesellschaft, sowie das Maß der Sensibilisierung und Stärkung um einer missachtenden Sprache und einem sich breit machenden Populismus entgegenzutreten. Die Förderung von Toleranz und einer menschenfreundlichen Grundhaltung ist eine unabdingbare gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die LaS NRW unterstützt die Arbeit der Seniorenbüros vor Ort, um in den genannten Handlungsfeldern, je nach deren Möglichkeiten, aktiv und wirksam zu werden. Wir laden alle Menschen guten Willens ein, sich mit uns gemeinsam für die Zukunft unseres freiheitlich-demokratischen Landes einzusetzen."

Düsseldorf, geplante Verabschiedung dieses Entwurfs: 21.05.2019
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Quelle: LaS NRW

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