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Tschernobyl: Radioaktive Kontamination von Speisepilzen - Aktuelle Messwerte

Foto: H.S.

26.04.2019 - von Kabai, Eva Baginski,Kathrin Poppitz-Spuhler,Angela Kabai Angela

Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks .Es war der erste nukleare Störfall, der als größter anzunehmender Unfall (GAU) eingeordnet wurde. Doch auch mehr als drei Jahrzehnte, genauer gesagt 33 Jahre nach dem GAU von Tschernobyl, werden in einigen Pilzartennoch immer erhöhte Aktivitäten des Radionuklids Cäsium-137 (Cs-137) gemessen.

Braunscheibige und Orangefalbe Schnecklinge oder Rotbraune Semmelstoppelpilze aus dem Berchtesgadener Land können beispielsweise noch bis zu einige tausend Becquerel pro Kilogramm Cs-137 in der Frischmasse aufweisen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz verfolgt durch eigene Untersuchungen die radioaktive Kontamination wild wachsender Speisepilze im Süden Deutschlands und veröffentlicht die Messergebnisse in einem Bericht, der jährlich aktualisiert wird.

Dieses Gebiet wurde mit Aktivitätsablagerungen zwischen 2 000 und 50 000 Becquerel pro Quadratmeter Cäsium-137 sowie lokalen Spitzenwerten von 100 000 Becquerel pro Quadratmeter durch den Reaktorunfall von Tschernobyl besonders betroffen.

Die Messkampagnen ab 2005 umfassten sowohl Dauerprobeflächen als auch weitere typische Waldstandorte, die von Pilzsammlern aufgesucht werden.

Seit 2007 wird zusätzlich der im südlichsten Teil Sachsens gelegene Standort Hohendorf nahe Bad Brambach untersucht,
seit 2012 der Standort Hohenkammer/Niernsdorf und
seit 2015 auch die Standorte Aufham und Högl bei Anger.


Das langlebige Radionuklid Cäsium-137 ist aufgrund seiner Halbwertszeit von etwa 30 Jahren seitdem nur zu gut 50 Prozent zerfallen.

Titel der Studie: Radioaktive Kontamination von Speisepilzen : Aktuelle Messwerte (Stand: 2017)
Autor(en): Eva Baginski, KathrinPoppitz-Spuhler, Angela Kabai
Herausgeber: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
Sonstige Körperschaft(en): Fachbereich Strahlenschutz und Umwelt
Erscheinungsdatum: 15-Nov-2018
Reportnummer(n): BfS-SW-27/18
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Link: Before or after Tschnobyl
Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz